Samstag, 10. August 2013

Wieder einmal: Amazon und die Zensur ...



... oder: Der geheimnisvolle Titelbilderschwund.

Begonnen hat es bereits vor einigen Tagen mit dem Titelbild meines Erstlings »Der Narrenturm«, seit heute Morgen fehlen auf amazon.de auch die Titelbilder meiner beiden Bestseller »Sklavenjagd« und »S & M Dreams Inc.«. »Keine Abbildung vorhanden« heißt es stattdessen, was natürlich klar gelogen ist, denn die Bilder liegen ja nach wie vor auf Amazons Servern. Irgendjemand hat lediglich entschieden, dass der unmündige Bürger (und potentielle Käufer) sie nicht mehr ansehen darf. Hier die betreffenden Cover:

Bei amazon.de zensiert: Die Titelbilder von drei meiner fünf Romane

Ich bin aber nicht der Einzige, den es getroffen hat, sondern befinde mich in bester Gesellschaft: Den Kollegen Gerwalt sowie den Bestseller-Autor Arne Hoffmann hat es ebenfalls erwischt. Und natürlich weitere.

Die Frage stellt sich ernsthaft: Heute die Titelbilder, morgen die Romane? Ein weiter Weg ist es nicht mehr bis dahin. Dieser Artikel der netzeitung,de vom 15. 4. 2009 schildert, wie amazon.com Homosexuellen-Literatur und solche, die irgendjemand dafür hielt (z. B. Titel von E. M. Forster oder Gore Vidal!), einfach mal kurz aus den Bestsellerlisten und den Suchergebnissen gekippt hat. Aber man muss gar nicht so weit in die Ferne schweifen: Hier kann man nachlesen, wie amazon.de den Titel »Sex für Fortgeschrittene« des Marterpfahl-Verlags aus den Listen entfernt hat, als er sich erdreistete, auf Platz 5 (!) der allgemeinen Bücher-Bestsellerliste zu klettern und dabei u. a. ein Buch des damaligen Papstes hinter sich zu lassen. Ergebnis: Ein völliger Absturz in den Verkaufszahlen. Wenn das keine Zensur ist, was dann?

Und vor nicht allzu langer Zeit hat amazon.com »anstößige« DVDs komplett aus dem Programm (und von meinem Wunschzettel) geschmissen, u. a. den japanischen Klassiker »Flower and Snake« von 1974 sowie eine DOKUMENTATION über die Insex-Website mit dem wirklich schönen Titel »Graphic Sexual Horror«. Gottlob gibt es nicht nur Amazon; wer in den USA eine Alternative dazu sucht, sei beispielsweise auf Barnes & Noble verwiesen, die ebenfalls in die ganze Welt liefern, Bücher ebenso wie DVDs.

Man darf niemals vergessen, dass das Internet einen riesigen Vorteil hat für alle Regierenden und sonstigen Leute, die sich zum Zensor berufen fühlen: Es ist überhaupt nicht mehr nötig, Bücher zu verbrennen! Man braucht sie nur aus den Suchergebnissen oder dem Programm zu entfernen. Und Marktbeherrscher wie Amazon, Google, Facebook und Apple marschieren stramm voran und führen uns in die Schöne Neue Welt ...

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