Mittwoch, 28. September 2011

Leseprobe »Das Geheimnis der Sklavin«


Hier die versprochene Leseprobe aus meinem neuen SM-Thriller »Das Geheimnis der Sklavin«. Es handelt sich um einen Auszug aus dem 9..Kapitel des Romans, entnommen dem Originalmanuskript. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Marterpfahl-Verlags. Der Roman ist bereits erschienen.


Anm.: Fotos zum Handlungsort finden sich in den Blogeinträgen:
  1. Von den Gefahren der Recherche 
  2. Das Geheimnis der Sklavin" erscheint am 1. 10. 2011

Marterpfahl-Verlag, ISBN 978-3-936708-82-0, EUR 17,50


Eine Berührung an der Stirn ließ sie sich ihres Körpers wieder bewusst werden. Jemand strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, so sanft, dass es sich anfühlte wie der Luftzug, den ein vorüberfliegender Sperling verursachte.

Sie öffnete die Augen.

Ihr Herr sah auf sie herab, und er war nackt. Zum ersten Mal erblickte sie ihn in völliger Nacktheit, seine nur in der Mitte etwas behaarte Brust, seine sehnigen Arme. Er war nicht besonders muskulös, doch das störte sie nicht; muskelbepackte Kraftprotze fand sie sowieso hässlich. Etwas Blinkendes hing an einem dünnen Kettchen von seinem Hals: Ein zwei oder drei Zentimeter langes silbernes Kreuz, mit winzigen Steinen besetzt. Das verblüffte sie, hatte sie bislang doch nie die geringste Spur von Religiosität an ihm bemerkt. Vielleicht ein Erbstück ... Außerdem war es kein gewöhnliches Kreuz: Beide Balken waren leicht gebogen, nach rechts beziehungsweise nach unten.

Sie streckte den Arm aus – und ließ ihn sofort wieder sinken, denn erst jetzt bemerkte sie, dass sie nicht gefesselt war; sie trug nicht einmal das Halseisen. Und sie befand sich auch nicht auf ihrer plastikbespannten Matratze, sondern in einem großen Bett, neben dem eine Nachttischlampe brannte, deren gedämpftes Licht jedoch nicht bis zur Decke oder den Wänden reichte. Sie musste sich im Schlafzimmer ihres Herrn befinden, in das sie noch niemals hatte einen Blick hineinwerfen dürfen, geschweige denn es betreten. Die Leichtziffern eines Funkweckers zogen ihren Blick magisch an: 00:39. Daneben glänzte poliertes Holz; ein Gegenstand, der einer in der Höhe gestreckten Pyramide ähnelte. Irgendein Zierobjekt, vermutete Sandra.

Ihr Herr schlüpfte ins Bett, und bereitwillig rückte sie zur Seite. Seine linke Hand legte sich auf ihre rechte Brust und begann, mit der Warze zu spielen. Obwohl immer noch jede Berührung Schmerzen auslöste – sie musste sich einen üblen Sonnenbrand geholt haben –, genoss Sandra es, und die verhaltenen Laute, die sie ausstieß, waren viel mehr der Lust als dem Schmerz geschuldet. Dann kam seine zweite Hand und widmete sich der anderen Brust. Sandra presste die Schenkel zusammen und atmete tiefer. Martin lag nun neben ihr, auf der Seite; sie spürte seinen Atem an ihrem linken Ohr. Kein Aftershave diesmal, aber ein leiser Geruch nach Früchten, wie der Widerhall eines weiblichen Parfüms. War er bei einer Frau gewesen? Egal, dachte Sandra, wichtig ist nur, dass er jetzt hier ist, bei mir ...

Seine Linke löste sich von ihrer Brust, bewegte sich abwärts und strich über ihren Unterbauch. Sie schauderte und öffnete erwartungsvoll die Beine. Seine Finger spielten eine Weile mit den Stoppeln ihres blonden Schamhaars, dann glitten sie weiter. Sandra keuchte, als sie ihre Klitoris fanden, und krümmte sich zusammen. Sie wimmerte. Vergessen war aller Schmerz, besiegt durch die erwachende Lust, die rasch zur Begierde anschwoll. Ohne mit der Linken innezuhalten, streckte Martin seinen rechten Arm auf dem Bett aus, und Sandra legte ihre Kopf darauf, vergrub ihn unter seinem Kinn und schloss die Augen. Während er ihr unzusammenhängende Laute entlockte, nahm sie seinen Geruch in sich auf wie ein Hund den Geruch seines Herrn. Ich werde seine Sklavin sein, seine Hündin, dachte sie, für immer und ewig! Nichts und niemand kann uns jemals trennen, nicht einmal Elena!

Als sich seine Linke zurückzog und Martin sich auf den Rücken legte, betrachtete Sandra das als Aufforderung. Sie beugte sich über seine Lenden und begann, seine Hoden zu lecken. Sein Glied, ohnehin schon halb erigiert, reagierte sofort, und als es seine volle Größe erreicht hatte, nahm sie die Eichel in den Mund, schloss die Lippen darum und bewegte den Kopf auf und ab, während sie mit den Fingern die Hoden sanft massierte.

„Tiefer ...“

Sie gehorchte, bis sie sein schwarzes Schamhaar an der Nase kitzelte. Dann wieder zurück, bis beinahe zur Eichel. Martin stöhnte und Sandra intensivierte ihre Bemühungen, obwohl sie allmählich ein Schwindelgefühl erfasste. Ihr Körper würde Tage brauchen, um sich zu erholen. Doch sie war entschlossen, ihren Herrn nicht zu enttäuschen.

Als sie dachte, sein Orgasmus könnte nicht mehr fern sein, berührte er ihre Schulter. Sofort entließ sie ihn aus ihrem Mund.

„Glaubst du, du kannst auf mir reiten?“

„Ich werde es versuchen, Herr.“

Sie wollte sich über ihn knien, doch eine Handbewegung hieß sie warten. Er drehte sich zur Seite, dem Nachttisch zu, und entfernte die Frontabdeckung der in die Länge gestreckten Pyramide, die dort stand. Zum Vorschein kam ein dünner Metallstab, der an einer Stelle eine Verdickung – ein Gewicht – aufwies, und dahinter eine vertikale Skala.

Ein ... ein Metronom! Sandra wusste, was das Gerät darstellte, doch nach seinem Namen hatte sie erst suchen müssen.

Martin schob das Gewicht nach oben und drückte dann einen Knopf an der rechten Seite. Das umgekehrte Pendel setzte sich in Bewegung und erzeugte ein langsames Tack, Tack, Tack ...

„Adagio“, sagte er und legte sich wieder auf den Rücken.

Sandra richtete sich auf, wobei sie sich mit den Händen abstützte, und platzierte ihre Knie zu beiden Seiten seiner Lenden. Das Schwindelgefühl verstärkte sich, und sie presste ihre Hände auf seine Brust. Das gebogene Kreuz blitzte sie an. Langsam senkte sie sich. Sie musste eine Hand zu Hilfe nehmen, um sein Glied einzuführen. Ihr Körper nahm es bereitwillig auf und Sandra stöhnte, als sie es in seiner ganze Länge in sich fühlte.

Dann begann sie, sich im Takt des Metronoms zu bewegen.

Adagio ...

Ein langsamer Rhythmus, wie ihn Sandra liebte, wenn sie die Wahl hatte – jedenfalls zu Beginn. Doch die Anstrengung – möglicherweise auch die Lust – war zu viel für sie, und bereits nach wenigen Stößen musste sie innehalten. Tränen der Verzweiflung, der Hilflosigkeit verschleierten den Blick auf ihren Herrn.

„Kein Problem“, tröstete er sie. „Leg dich hin ...“

Nur allzu gern folgte sie seinem Befehl. Ihr Kopf sank in das Kissen, sie legte sie Arme an die Seiten und spreizte die Beine. Ihr Herr rollte sich über sie, legte sich jedoch nicht auf sie, sondern stützte den Oberkörper mit den Armen ab. Im nächsten Augenblick befand er sich wieder in ihr.

Adagio ...

Das Kreuz schwang zwischen ihren Brüsten im Takt des Metronoms, in Martins Takt. Manchmal berührte es sie, wenn sich die Brust ihres Herrn herabsenkte. Es war wärmer als Sandras Körper. Wenn es eine ihrer Brustwarzen streifte, schien es sogar zu glühen und diese Glut in ihren eigenen Körper zu übertragen.

Sandra ergriff keinerlei eigene Initiative, sondern ließ sich nehmen, ließ sich gehen, ließ sich ficken und genoss es wie selten zuvor. Irgendwann schloss sie die Augen oder ihre Sicht verdunkelte sich; ihr Blick, ihr Empfinden richtete sich nach innen, in das Zentrum ihres Körpers, ihrer Begierde. Brennende Speere der Lust waren es, die ihr Herr bei jedem Stoß aussandte (Adagio), die ihr Innerstes versengten, die ihren Körper erbeben ließen und sogar ihr Gehirn ausfüllten und alle äußeren Wahrnehmungen abblockten. Sie öffnete den Mund; sie wusste, dass sie schrie, doch sie hörte es nicht – hörte nichts als das Pochen ihres Herzens, das Rauschen ihres Blutes, das tiefe Keuchen ihrer Lungen. Aber sie spürte, sie empfand jede einzelne der Myriaden Nervenfasern in ihrem Körper; die elektrischen Impulse, die sie aussandten, flossen zusammen und wurden eins, so wie Martins und Sandras Körper eins geworden waren. Wie zwei gewitterschwere Wolken, die der Sturmwind ineinander trieb und deren Blitze die Erde verbrannten, verbrannte der gemeinsame Orgasmus das letzte Fünkchen Energie, das Sandras verblieben war, und hinterließ nichts als ein Gefühl unendlichen Glücks. Wäre sie nicht sterilisiert gewesen, das wusste Sandra, hätte sie in diesen Momenten empfangen, hätte das Kind ihres Herrn tragen und schließlich gebären dürfen, als äußerstes Zeichen ihrer Ergebenheit, als Tribut an ihren Gott.

Sie glitt in das Niemandsland zwischen Wachen und Schlaf, in eine halluzinative Vision über immerwährende Hingabe und grenzenlose Ergebenheit, über das Glück des Dienens und die Freiheit des Geistes, die es mit sich brachte.

Irgendwann wurde sie sich wieder des warmen Körpers neben ihr bewusst, der sich hebenden und senkenden Brust, und mit langsamen und bedachten Bewegungen, um ihren Herrn nur ja nicht zu wecken, stieg sie aus dem Bett und rollte sich auf dem großen, fellweichen Vorleger zusammen, einen Arm als Kissenersatz unter den Kopf gelegt.

Es ziemte sich nicht für eine Sklavin, im Bett ihres Herrn zu schlafen.

[Ende der Leseprobe.]

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