Hier die versprochene Leseprobe aus meinem neuen SM-Thriller
»Das Geheimnis der Sklavin«. Es handelt sich um einen Auszug aus dem 9..Kapitel des Romans, entnommen dem Originalmanuskript. Die
Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Marterpfahl-Verlags. Der Roman ist bereits erschienen.
Anm.: Fotos zum
Handlungsort finden sich in den Blogeinträgen:
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Eine
Berührung an der Stirn ließ sie sich ihres Körpers wieder bewusst werden. Jemand
strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, so sanft, dass es sich anfühlte
wie der Luftzug, den ein vorüberfliegender Sperling verursachte.
Sie
öffnete die Augen.
Ihr
Herr sah auf sie herab, und er war nackt. Zum ersten Mal erblickte sie ihn in
völliger Nacktheit, seine nur in der Mitte etwas behaarte Brust, seine sehnigen
Arme. Er war nicht besonders muskulös, doch das störte sie nicht; muskelbepackte
Kraftprotze fand sie sowieso hässlich. Etwas Blinkendes hing an einem dünnen
Kettchen von seinem Hals: Ein zwei oder drei Zentimeter langes silbernes Kreuz,
mit winzigen Steinen besetzt. Das verblüffte sie, hatte sie bislang doch nie
die geringste Spur von Religiosität an ihm bemerkt. Vielleicht ein Erbstück ...
Außerdem war es kein gewöhnliches Kreuz: Beide Balken waren leicht gebogen,
nach rechts beziehungsweise nach unten.
Sie
streckte den Arm aus – und ließ ihn sofort wieder sinken, denn erst jetzt bemerkte
sie, dass sie nicht gefesselt war; sie trug nicht einmal das Halseisen. Und sie
befand sich auch nicht auf ihrer plastikbespannten Matratze, sondern in einem
großen Bett, neben dem eine Nachttischlampe brannte, deren gedämpftes Licht
jedoch nicht bis zur Decke oder den Wänden reichte. Sie musste sich im
Schlafzimmer ihres Herrn befinden, in das sie noch niemals hatte einen Blick
hineinwerfen dürfen, geschweige denn es betreten. Die Leichtziffern eines
Funkweckers zogen ihren Blick magisch an: 00:39. Daneben glänzte poliertes
Holz; ein Gegenstand, der einer in der Höhe gestreckten Pyramide ähnelte.
Irgendein Zierobjekt, vermutete Sandra.
Ihr
Herr schlüpfte ins Bett, und bereitwillig rückte sie zur Seite. Seine linke
Hand legte sich auf ihre rechte Brust und begann, mit der Warze zu spielen.
Obwohl immer noch jede Berührung Schmerzen auslöste – sie musste sich einen
üblen Sonnenbrand geholt haben –, genoss Sandra es, und die verhaltenen Laute,
die sie ausstieß, waren viel mehr der Lust als dem Schmerz geschuldet. Dann kam
seine zweite Hand und widmete sich der anderen Brust. Sandra presste die
Schenkel zusammen und atmete tiefer. Martin lag nun neben ihr, auf der Seite; sie
spürte seinen Atem an ihrem linken Ohr. Kein Aftershave diesmal, aber ein
leiser Geruch nach Früchten, wie der Widerhall eines weiblichen Parfüms. War er
bei einer Frau gewesen? Egal, dachte
Sandra, wichtig ist nur, dass er jetzt
hier ist, bei mir ...
Seine
Linke löste sich von ihrer Brust, bewegte sich abwärts und strich über ihren
Unterbauch. Sie schauderte und öffnete erwartungsvoll die Beine. Seine Finger
spielten eine Weile mit den Stoppeln ihres blonden Schamhaars, dann glitten sie
weiter. Sandra keuchte, als sie ihre Klitoris fanden, und krümmte sich
zusammen. Sie wimmerte. Vergessen war aller Schmerz, besiegt durch die
erwachende Lust, die rasch zur Begierde anschwoll. Ohne mit der Linken
innezuhalten, streckte Martin seinen rechten Arm auf dem Bett aus, und Sandra
legte ihre Kopf darauf, vergrub ihn unter seinem Kinn und schloss die Augen.
Während er ihr unzusammenhängende Laute entlockte, nahm sie seinen Geruch in
sich auf wie ein Hund den Geruch seines Herrn. Ich werde seine Sklavin sein, seine Hündin, dachte sie, für immer und ewig! Nichts und niemand kann
uns jemals trennen, nicht einmal Elena!
Als
sich seine Linke zurückzog und Martin sich auf den Rücken legte, betrachtete
Sandra das als Aufforderung. Sie beugte sich über seine Lenden und begann,
seine Hoden zu lecken. Sein Glied, ohnehin schon halb erigiert, reagierte
sofort, und als es seine volle Größe erreicht hatte, nahm sie die Eichel in den
Mund, schloss die Lippen darum und bewegte den Kopf auf und ab, während sie mit
den Fingern die Hoden sanft massierte.
„Tiefer
...“
Sie
gehorchte, bis sie sein schwarzes Schamhaar an der Nase kitzelte. Dann wieder
zurück, bis beinahe zur Eichel. Martin stöhnte und Sandra intensivierte ihre
Bemühungen, obwohl sie allmählich ein Schwindelgefühl erfasste. Ihr Körper
würde Tage brauchen, um sich zu erholen. Doch sie war entschlossen, ihren Herrn
nicht zu enttäuschen.
Als
sie dachte, sein Orgasmus könnte nicht mehr fern sein, berührte er ihre
Schulter. Sofort entließ sie ihn aus ihrem Mund.
„Glaubst
du, du kannst auf mir reiten?“
„Ich
werde es versuchen, Herr.“
Sie
wollte sich über ihn knien, doch eine Handbewegung hieß sie warten. Er drehte
sich zur Seite, dem Nachttisch zu, und entfernte die Frontabdeckung der in die
Länge gestreckten Pyramide, die dort stand. Zum Vorschein kam ein dünner
Metallstab, der an einer Stelle eine Verdickung – ein Gewicht – aufwies, und
dahinter eine vertikale Skala.
Ein ... ein
Metronom!
Sandra wusste, was das Gerät darstellte, doch nach seinem Namen hatte sie erst
suchen müssen.
Martin
schob das Gewicht nach oben und drückte dann einen Knopf an der rechten Seite.
Das umgekehrte Pendel setzte sich in Bewegung und erzeugte ein langsames Tack, Tack, Tack ...
„Adagio“, sagte er und
legte sich wieder auf den Rücken.
Sandra
richtete sich auf, wobei sie sich mit den Händen abstützte, und platzierte ihre
Knie zu beiden Seiten seiner Lenden. Das Schwindelgefühl verstärkte sich, und
sie presste ihre Hände auf seine Brust. Das gebogene Kreuz blitzte sie an.
Langsam senkte sie sich. Sie musste eine Hand zu Hilfe nehmen, um sein Glied
einzuführen. Ihr Körper nahm es bereitwillig auf und Sandra stöhnte, als sie es
in seiner ganze Länge in sich fühlte.
Dann
begann sie, sich im Takt des Metronoms zu bewegen.
Adagio ...
Ein
langsamer Rhythmus, wie ihn Sandra liebte, wenn sie die Wahl hatte – jedenfalls
zu Beginn. Doch die Anstrengung – möglicherweise auch die Lust – war zu viel
für sie, und bereits nach wenigen Stößen musste sie innehalten. Tränen der
Verzweiflung, der Hilflosigkeit verschleierten den Blick auf ihren Herrn.
„Kein
Problem“, tröstete er sie. „Leg dich hin ...“
Nur
allzu gern folgte sie seinem Befehl. Ihr Kopf sank in das Kissen, sie legte sie
Arme an die Seiten und spreizte die Beine. Ihr Herr rollte sich über sie, legte
sich jedoch nicht auf sie, sondern stützte den Oberkörper mit den Armen ab. Im
nächsten Augenblick befand er sich wieder in ihr.
Adagio ...
Das
Kreuz schwang zwischen ihren Brüsten im Takt des Metronoms, in Martins Takt.
Manchmal berührte es sie, wenn sich die Brust ihres Herrn herabsenkte. Es war
wärmer als Sandras Körper. Wenn es eine ihrer Brustwarzen streifte, schien es
sogar zu glühen und diese Glut in ihren eigenen Körper zu übertragen.
Sandra
ergriff keinerlei eigene Initiative, sondern ließ sich nehmen, ließ sich gehen,
ließ sich ficken und genoss es wie
selten zuvor. Irgendwann schloss sie die Augen oder ihre Sicht verdunkelte sich;
ihr Blick, ihr Empfinden richtete sich nach innen, in das Zentrum ihres
Körpers, ihrer Begierde. Brennende Speere der Lust waren es, die ihr Herr bei
jedem Stoß aussandte (Adagio), die ihr
Innerstes versengten, die ihren Körper erbeben ließen und sogar ihr Gehirn ausfüllten
und alle äußeren Wahrnehmungen abblockten. Sie öffnete den Mund; sie wusste,
dass sie schrie, doch sie hörte es nicht – hörte nichts als das Pochen ihres
Herzens, das Rauschen ihres Blutes, das tiefe Keuchen ihrer Lungen. Aber sie
spürte, sie empfand jede einzelne der
Myriaden Nervenfasern in ihrem Körper; die elektrischen Impulse, die sie
aussandten, flossen zusammen und wurden eins, so wie Martins und Sandras Körper
eins geworden waren. Wie zwei gewitterschwere Wolken, die der Sturmwind
ineinander trieb und deren Blitze die Erde verbrannten, verbrannte der
gemeinsame Orgasmus das letzte Fünkchen Energie, das Sandras verblieben war,
und hinterließ nichts als ein Gefühl unendlichen Glücks. Wäre sie nicht
sterilisiert gewesen, das wusste Sandra, hätte sie in diesen Momenten
empfangen, hätte das Kind ihres Herrn tragen und schließlich gebären dürfen,
als äußerstes Zeichen ihrer Ergebenheit, als Tribut an ihren Gott.
Sie
glitt in das Niemandsland zwischen Wachen und Schlaf, in eine halluzinative
Vision über immerwährende Hingabe und grenzenlose Ergebenheit, über das Glück
des Dienens und die Freiheit des Geistes, die es mit sich brachte.
Irgendwann
wurde sie sich wieder des warmen Körpers neben ihr bewusst, der sich hebenden
und senkenden Brust, und mit langsamen und bedachten Bewegungen, um ihren Herrn
nur ja nicht zu wecken, stieg sie aus dem Bett und rollte sich auf dem großen,
fellweichen Vorleger zusammen, einen Arm als Kissenersatz unter den Kopf
gelegt.
Es
ziemte sich nicht für eine Sklavin, im Bett ihres Herrn zu schlafen.
[Ende der Leseprobe.]

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